Lernglück Blog
Willkommen in meinem Lernglück-Blog! Hier teile ich regelmäßig Neuigkeiten, Tipps und interessante Artikel rund um das Thema Lernen, Sprachen und Lesen. Ich glaube fest daran, dass Lernen Freude machen und Neugierde wecken sollte, und möchten diese Philosophie mit anderen teilen.
April 2026
Hochsensible Kinder
Der Begriff der «Hochsensibilität» ist in den letzten Jahren sowohl in den Medien, in der Gesellschaft als auch in der psychologischen Forschung präsenter geworden. Was ist Hochsensibilität und was nicht? Bei Hochsensibilität handelt es sich um kein Krankheitsbild, sondern um ein Persönlichkeitsmerkmal oder einen Wesenszug. Der Begriff «High Sensitivity» wurde in den 1990er-Jahren durch die US-Psychologin Elaine Aron geprägt. Doch Hochsensibilität gab es schon immer. Früher fiel sie einfach weniger auf, da es weniger äussere Reize gab.
Kernmerkmale der Hochsensibilität:
- Eine stärkere Reizwahrnehmung, äussere Reize (z.B. Lärm, Licht, Gerüche) und innere Reize werden intensiver wahrgenommen.
- Tiefe Verarbeitung und intensives Erleben: Informationen werden gründlicher verarbeitet und Erlebnisse werden intensiver wahrgenommen. Das führt schneller zu einer Überstimulation und Erschöpfung. Gleichzeitig können positive Reize intensiver genossen werden.
- Hohe Empathie: Hochsensible Menschen sind oft sehr empathisch und können die Stimmungen anderer genau wahrnehmen.
Die Schule mit ihrem oft lauten, rauen, leistungsorientierten Klima kann für hochsensible Kinder eine Herausforderung darstellen! Grelles Licht, permanente Hintergrundgeräusche und überfüllte Schulzimmer stellen eine heftige Reizüberflutung dar. Die Tendenz zu Perfektionismus und Überanpassung generiert Frustrationserlebnisse und ein oft niedriges Selbstwertgefühl. Geht man davon aus, dass nur Kinder, welche sich wohl fühlen, optimal lernen und leisten können, stehen hochsensible Kinder oft vor besonders grossen Herausforderungen. Es ist zudem erwiesen ist, dass die Aufmerksamkeit der Lehrpersonen primär Kindern mit expressivem Verhalten gilt. Lernt ein Kind nicht, seinen Grenzen gerecht zu leben, kann Hochsensibilität im schulischen Umfeld ein Risikofaktor für seelische und körperliche Erkrankungen darstellen. Bei Ermutigung durch Umfeld und Lehrperson birgt die hochsensible Veranlagung jedoch eine grosse Qualität in Erleben und Wahrnehmen.
Was hochsensitiven Kindern Mühe bereitet:
- Überstimulation im Klassenzimmer durch Lärm, Unordnung und lange (Schul-)Tage
- Gefahr der Langeweile aufgrund ihrer raschen Auffassungsgabe
- Integrationsprobleme, da sie eine Neigung zum stillen Beobachten haben und auch leichter zum Opfer von Mobbing werden
- Ihr eigener perfektionistischer Anspruch an sich selbst
- Die Angst vor Sanktionen, insbesondere Strafen für die ganze Klasse
Von welchem Unterricht profitieren hochsensitive Kinder?
- Strukturierte, klare und verlässliche Klassenführung. Strafen nicht überbetonen, informelle Stundeneinstiege wirken beruhigend und sind stressreduzierend
- Ein lernförderliches Klima: Die Lehrperson muss authentisch sein und klar führen, damit das hochsensitive Kind eine gute Beziehung zu ihr aufbauen kann.
- Gerechtigkeit der Lehrperson gegenüber Schülerinnen und Schülern ist bedeutend.
- Ruheoasen/Rückzugsorte: Möglichkeit, sich kurzzeitig und niederschwellig aus der Gruppe zurückziehen zu können.
- Hilfsmittel: z.B. Lärmschutz-Kopfhörer
- Individuelle Lernförderung: Hochsensitive Kinder mögen es nicht, in den Mittelpunkt gestellt zu werden. Sie wollen nicht besonders auffallen.
- Angebotsvielfalt: Hochsensitive ziehen Unterrichtsmethoden vor, bei denen die Klasse ruhig ist und es zu möglichst wenig sozialem Kontakt kommt. Interessanter Frontalunterricht empfinden die meisten entspannender. Partner- oder Gruppenarbeiten sind für viele eine Herausforderung.
(Fritz und Fränzi, Januar 2019)
Hochsensible Menschen nehmen sehr intensiv wahr und sind dadurch leicht zu verunsichern und zu stören. Viele hochsensible Kinder haben grundlegende Zweifel an ihrem Selbstwert und an ihrem Wert für andere. Viele Menschen fragen sich, nicht nur in ihrer Jugend, sondern ihr ganzes Leben lang, was mit ihnen nicht in Ordnung sei, weil sie Schwierigkeiten mit Ereignissen und Anforderungen haben, die für andere eine Kleinigkeit zu sein scheinen (Zweifel an ihre Kompatibilität mit dem Rest der Menschheit). Das Gefühl, ungenügend, weniger belastbar und schwierig zu sein, kann besonders in der Kindheit tiefe Wunden in der Seele bewirken. Es ist die Aufgabe von uns Erwachsenen, solchen Kindern eine stabile Umgebung zu bieten und sie durch Struktur, Rückzugsmöglichkeiten und Verständnis vor Reizüberflutung zu schützen. Und es ist besonders die Aufgabe von uns Lehrpersonen, hochsensiblen Kindern in der Schule einen geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich bestmöglich entwickeln können.
Ein spannendes Interview mit Michael Pluess, Schweizer Entwicklungspsychologe und Professor an der University of Surrey in England. Er forscht seit über 15 Jahren zu Hochsensibilität bei Kindern.
Mai 2025
Fremdsprachen lernen stärkt die Verbindung zwischen den Gehirnhälften!
Wer eine Fremdsprache lernt, bringt sein Hirn auf Trab. So stärkt der Fremdsprachenerwerb etwa das Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit und Flexibilität für neue kognitive Herausforderungen. Das kann zum Beispiel helfen, den Ausbruch von Demenzerkrankungen um mehrere Jahre zu verzögern. Ein spannender Artikel dazu im Magazin GEO.
https://www.geo.de/wissen/gesundheit/sprachen-lernen-haelt-das-gehirn-fit-35605710.html
Wer viel liest, lebt länger!
Die Yale University School of Public Health hat herausgefunden, dass Lesen lebensverlängernd wirken kann.
https://www.br.de/radio/bayern1/lesen102.html
Ob lebensverlängernd oder nicht, lesen ist entspannend, öffnet Türen zu neuen Welten, reduziert Stress, aktiviert das Gehirn, fördert die Kreativität, erweitert die Allgemeinbildung, verbessert das Gedächtnis, stärkt die Konzentration und macht einfach glücklich!
Hier meine aktuellen 10 Lieblingsbücher:
- Wenn es an Licht fehlt, Juan Gabriel Vásquez
- Vom Ende der Einsamkeit, Benedict Wells
- Die Freiheit, allein zu sein, Sarah Diehl
- Was ich liebte, Siri Hustvedt
- Der Mann, der Hunde liebte, Leonardo Padura
- Unter der Drachenwand, Arno Geiger
- Kafka am Strand, Haruki Murakami
- Der Hase mit den Bernsteinaugen, Edmund de Waal
- Altes Land, Dörte Hansen
- Melancholie der Ankunft, Jhumpa Lahiri
Was sind deine Lieblingsbücher?

Spannender Artikel zum Thema Leseförderung
«Lese- und schreibschwache Kinder brauchen gezielte Förderung»
SRF, 18. August 2024
Leseförderung für Kinder
Lesen ist ein wichtiger Bestandteil der Bildung und kann einen enormen Einfluss auf die gesamte Schullaufbahn eines Kindes haben. In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr über die Bedeutung und die Vorteile gezielter Leseförderung für Kinder.
Der Erwerb des Lesens ist komplex und erfordert zahlreiche Teilfähigkeiten. Auch wenn Lernwege individuell verlaufen, lässt sich beim Schriftspracherwerb eine Abfolge von Entwicklungsschritten feststellen.
Stufenmodell des erweiterten Lesens von Albrecht, C. (2021), nach Koch, A. (2008)
Der Beginn des Leseprozesses besteht aus vielen Teilschritten. Das Kind lernt zuerst, dass gewissen Lauten bestimmte Schriftzeichen zugeordnet werden. Es lernt, diese Schriftzeichen zu entziffern und die Laute zu verbinden. Gleichzeitig muss es im Gedächtnis nach einem Wort suchen, das dieser Lautverbindung entspricht. Ein hochkomplexer Prozess! Um fliessend lesen zu können, und einen Text auch noch zu verstehen, ist viel Übung notwendig!
Wenn ich mit einem Kind arbeite, schaue ich zuerst, wo im Leseprozess es sich befindet, und wo noch Schwierigkeiten oder Herausforderungen bestehen. Kennt das Kind zwar alle Buchstaben, kann diese aber nicht verbinden? Kann das Kind zwar "lesen", versteht aber den Inhalt nicht? Ich baue auf den Fähigkeiten auf, die das Kind mitbringt, und suche mit ihm zusammen nach passenden Übungsformen.
Warum ist Lesen so wichtig?
- Sprache und Schrift begleiten uns ein Leben lang.
- Lesen regt die Fantasie an und macht kreativer
- Kinder, die gut lesen können, haben bessere Bildungschancen
- In vielen Berufen ist Lesen von grosser Bedeutung
- Gut lesen können hilft im Leben
- Lesen erweitert den Horziont
- Lesen ist Entspannung
- Lesen fördert die Konzentration
- Lesen trainiert das Hirn
- Lesen macht Spass!
Bereit, mit Freude zu lernen?
Entdecke noch mehr spannende Artikel und Tipps in meinem Blog und starte dein Bildungsabenteuer mit Lernglück!